Ep. 19: Norbert Haller – e-Bike Design Pionier

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Norbert Haller

 

Diese Folge ist für mich ganz besonders! Als ich Norbert besucht habe, kam ich dafür in meinen alten Berliner Kiez, in dem ich fast 20 Jahre lang gewohnt habe. (Ich war ganz ausser mir, als ich mich da umgesehen habe ;) Und auch Norbert kenne ich seit den frühen 90ern, als wir noch Autobahnkilometer auf dem Weg zu Mountainbike-Rennen abgespult haben. Natürlich haben wir auch Stunde um Stunde beim Training auf Waldwegen und -abwegen verbracht und auch in Rennen.

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Wenn das Gute so nah ist, ist es manchmal schwer zu erkennen, was man überhaupt vor sich hat. Und so hat es bis jetzt gebraucht um Norbert zu interviewen und mehr über sein Geschäft und seine Industrie zu lernen. Und so ist diese Folge noch mehr als viele andere true to title: In andere Welten eintauchen um Verbindungen zu finden. Norbert Haller, designed seit 20 Jahren e-Bikes. Ich habe mich in seiner Werkstatt umgeschaut. Seit langem interessiert mich, wie man das alles in Hardware anstellt, denn Hardware ist cool. Und die Skalierung bei Fahrrädern ist immens: Sehr wenige Designer arbeiten an sehr vielen Modellen in sehr hohen Auflagen.

Wenn wir in Software herum jammern über Prototypen, hört hier mal rein, wie komplex sich der Prozess von Design zu Produktion in Hardware ist. Interessant auch die Beobachtungen zu Märkten.

Für mich war der Killer, dass Elektromobilität jetzt doch komplett von unten kommt. Jetzt ist ein Sweet Spot, in dem die Änderungen bei Leichtfahrzeugen einfach klappen und gehen. Und schon werfen sich in der Lieferkette diejenigen mit in den Markt, die bei Autos die Felle davon schwimmen sehen. Spannend war für mich zu hören, wie lange die Konstruktion ein Suchprozess bleibt, in dem man flexibel bleiben muss. Auch in diesem Designprozess ist es so, dass nach der „Reinzeichnung“ eine Menge Detail- und Dreckarbeit anfallen, weil Design auf dem Papier und die Idee auf eine etwas brutalere (Konstruktions-)Realität treffen.

Norbert beobachtet, dass jede Industrie ihren Master hat. Der Master bei Autos ist der Verbrennungsmotor und alle Lieferketten und anderen Prozesse sind um den Verbrennungsmotor aufgebaut. Das Problem der Autoindustrie ist, dass sich der Master gerade ändert und dabei zum einen unklar ist was genau der neue Master ist, aber auch: dass sie es nicht schnell genug hinbekommen, ihre Lieferketten und Prozesse inkl. Design und Konstruktion auf Batterien, und E-Antriebsstränge umzustellen. Es ist ein bisschen wie zu der Zeit als Norbert mit E-Bikes angefangen hat: E-Autos sehen noch ein bisschen behindert aus und nutzen nicht das Design-Potential des neuen Antriebs.

Ganz am Ende noch ein paar Beoabachtungen, was e-Bikes mit dem Sport anstellen: Wir glauben Diversifizierung ohne Ende und neue Möglichkeiten. Mit e-Bikes fahren ist ein neuer Sport, der erst entdeckt werden muss. Es nicht einfach Fahrradfahren mit Motor. Erste Rennserien entstehen und ich bin überzeugt, wir wissen noch gar nicht was dort passieren wird. Das Level an Technik und Körperbeherrschung wird wieder ein anderes werden

Jetzt aber viel Spaß mit 20 Jahren E-Bike Design mit Norbert Haller!!!

Show Notes

Man muss zielgerichtet sein, aber auch eine gewisse Flexibilität mitbringen, das Projekt anzupassen, wenn man merkt, sass bestimmte Bausachen nicht so funktionieren, wie gedacht.”

„Wenn man ein innovatives Fahrzeug für einen neuen Markt baut, gibt es während des Entwicklers teilweise einen Lernprozess. Da gibt es dann auf Seiten des Kunden einige Herausforderungen.”

„Wir wissen schon, was Shimano, Bosch und co. in 2-3 Jahren machen. Nur haben das dann die anderen Hersteller auch. Wenn eine Firma wirklich eigenständig in den Markt eintreten will und etwas noch innovativeres haben möchte, Da muss man doch relativ visionär sein. Da kann man dann nicht einfach die Informationen in einer einfachen Marktanalyse holen. Das wäre so als hätte Steve Jobs im nächsten Media Markt gefragt wie das iPhone aussieht. Dann hätten die ihm gesagt „mach mir ein Blackberry mit einer kleineren Tastatur für 200 $ weniger.“

„Kreativität ist schon sehr wichtig. Man muss schon sehr visionär denken. Vor allem aber die Kunden müssen auch visionär denken. Viele denken wir können das einfach abliefern. Wir merken aber, dass das Entscheidende ist, dass der Kunde auch visionär denkt und ein Verständnis hat, was kommen wird – denn der trifft nachher auch die Entscheidungen. Wir können aber auch nur Richtungen geben. Was so verlockend ist: Viele Kunden wollen einfach in den Markt kommen, der hier und jetzt ist. Das kann aber oft der erste Schritt sein, dass der Kunde keine Chance hat.“

„Fahrräder werden komplett elektrifiziert. … die Fahrrad-Industrie wächst immer mehr in die Autoindustrie hinein. Das nächste was kommt sind Lastenfahrräder, der Bereich Motorroller kommt, dann Micro-Cars und die Fahrradindustrie schlägt von unten nach oben auf. Die Autoindustrie tut sich relativ schwer.“

„Wie sehen die Hersteller der Zukunft aus? Ich bin der Meinung, dass sich neue Plattformen ergeben. In der Autoindustrie ist der Master der Verbrennungsmotor. Und es ist eine Industrie, die sich komplett um den Verbrennungsmotor aufgebaut hat. Jetzt auf einmal ist der Verbrennungsmotor nicht mehr der Master sondern er ergibt sich aus neuen Bereichen und der ist noch nicht genau definiert. Er ist bei den Batterien, den Antriebssystemen, der Digitalisierung. Um den neuen Master wird sich die Industrie herum aufbauen. Neue Marketingkonzepte und neue Geschäftsmodelle wie Sharing. … Die ehemaligen Komponentenhersteller, z. Bsp. Shimano switchen auch auf die neuen Master und bieten Antriebssysteme.“

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